„Eure Nahrung sei eure Medizin“

Anette Rupprecht gibt Tipps zu einer gesunden Ernährung bei Diabetes Typ II

Pfaffenhofen a.d.Ilm, 08.11.2021 - Fast zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an der "Zuckerkrankheit" Diabetes mellitus - und noch einmal sieben Millionen haben Diabetes, ohne es zu wissen. Häufig bedeutet das für die Betroffenen lebenslang Tabletten einzunehmen oder Insulin spritzen zu müssen. Allerdings lässt sich gerade der Typ-II-Diabetes sehr gut durch eine gesunde Lebensweise beeinflussen. Anette Rupprecht, Diabetesberaterin der Ilmtalkliniken, hat anlässlich des Weltdiabetestag am 14.November ein paar Tipps.

Ernährung und Bewegung, die Eckpfeiler für ein gesundes Leben

„Eure Nahrung sei eure Medizin und eure Medizin eure Nahrung", das Zitat von Hippokrates bringt es auf den Punkt – gute Ernährung kann gesund machen - insbesondere bei Diabetes", macht Rupprecht deutlich. Die Faustregel ist 3 x täglich Gemüse / Salat und 2x täglich Obst. Bei Getreideprodukten immer Vollkorn bevorzugen. Diabetes geht oft einher mit einer Fettstoffwechselstörung. Hier sind Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren hilfreich, die in fettem Meeresfisch wie Makrele, Hering oder Lachs vorkommen. Eiweiß sollten Diabetiker begrenzt zu sich nehmen, insbesondere in Form von Fleisch. Hülsenfrüchte, wie Linsen und Erbsen liefern besseres Eiweiß. Insgesamt sollten Diabetiker auf eine fettarme Ernährung achten und immer hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren bevorzugen. Regelmäßige „Intensive Hafertage" können den Blutzuckerspiegel reduzieren, die Wirkung des körpereigenen Insulins verbessern und zu einer Verringerung der zusätzlichen Insulinzufuhr führen. Anette Rupprecht empfiehlt insgesamt auf eine gute Qualität der Lebensmittel zu achten. Neben einer gesunden Ernährung ist körperliche Bewegung wichtig. Regelmäßige, am besten tägliche Spaziergänge, Ausdauersport oder Gymnastik halten fit und gesund – nicht nur Diabetiker.

Die Industrie meint es nicht gut mit uns

Anette Rupprecht warnt vor industriell gefertigter Nahrung. „Ich habe das Gefühl, dass die Menschen immer mehr den Bezug zu natürlichen Nahrungsmitteln verlieren. Dabei macht industriell gefertigte Nahrung krank." In den meisten Fertiggerichten und in den Softdrinks ist Fruktose-Glukose-Sirup als billiger Ersatz für Haushaltszucker enthalten. Dies ist ein chemisch erzeugtes Produkt aus Getreide, das Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Fettstoffwechselstörungen stark fördert und bis 2017 in der EU verboten war. Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten auch meistens gesättigte Fette und wenig gesunde Nahrungsbestandteile. „Kein Dosenfutter und kein Trockenfutter, kocht wieder selbst", empfiehlt die Diabetesberaterin.
Das Fazit von Anette Rupprecht lautet: Regionale und saisonale Produkte bevorzugen. Generell auf gute Qualität achten, möglichst vollwertige Produkte kaufen, industriell verarbeitete Produkte vermeiden. Viel Gemüse, mäßig Obst essen, denn „Deine Nahrung kann die beste Medizin sein oder ein langsames Gift."

 

 

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