Symptome verschwinden, Ursachen nicht

Dr. Peter Grein informiert zum Weltschlaganfalltag über Symptome und Vorbeugung eines Schlaganfalls

Pfaffenhofen a.d.Ilm, 26.10.2021 - Der Weltschlaganfalltag am 29. Oktober steht dieses Jahr unter dem Motto „Symptome verschwinden – Ursachen nicht!". Häufig werden leichte oder vorübergehende neurologische Ausfälle nicht ernstgenommen, was fatale Folgen haben kann: „Kurze Durchblutungsstörungen sind oft Vorboten eines Schlaganfalls und sollten schnellstmöglich abgeklärt werden. Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute," warnt Dr. Peter Grein, Chefarzt der Neurologie und Schlaganfallmedizin an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen.

Jährlich erleiden etwa 270.000 Personen in Deutschland einen Schlaganfall. Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der behandelten akuten Schlaganfälle allerdings stark gesunken. Offensichtlich zögerten viele Patienten aus Sorge vor einer Covid-19-Infektion, eine Klinik aufzusuchen. Zudem werden leichte Symptome oft nicht ernst genommen. „Bei einer transitorisch-ischämischen Attacke (kurz: TIA) treten neurologische Ausfälle wie bei einem Schlaganfall auf: Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprach- oder Sehstörungen. Allerdings dauern sie bei einer TIA oft nur Minuten an, maximal 24 Stunden. Innerhalb von vier Wochen erleiden allerdings fast 20 Prozent der TIA-Patienten einen manifesten Schlaganfall. Daher ist auch bei leichten Symptomen immer Eile geboten. Auch kurzeitige Symptome stellen einen Notfall dar und sollten in einer Klinik mit Stroke Unit abgeklärt werden", macht Dr. Grein deutlich.

Symptome beim Schlaganfall sind:
• Gefühlsstörungen: Taubheitsgefühle in verschiedenen Körperbereichen.
• Lähmungserscheinungen im Gesicht, an den Armen und Beinen.
• Plötzliche starke Kopfschmerzen.
• Sehstörungen: Plötzlich auftretende Sehschwäche oder Sehstörungen, z.B. Doppelbilder, Verschwommensehen, einseitige Blindheit, halbseitige Gesichtsausfälle.
• Hörstörungen: Gesprochenes wird nicht verstanden.
• Sprechstörungen: Lallendes Sprechen bis hin zum Sprachverlust, einsilbige veränderte Sprache.
• Sprachverständnisstörungen: z.B. falsches Befolgen von Anweisungen.
• Gleichgewichtsstörungen: Schwindel oder Koordinationsschwäche. Dadurch Unsicherheit beim Gehen und Fallneigung (besonders nach einer Seite).
• Bewusstseinsstörungen: Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit oder plötzliche Verwirrtheit.
Diese Symptome treten sehr rasch, meist schlagartig, auf. Der Rettungsdienst sollte sofort verständigt werden.

Jeder, egal welchen Alters, kann einen Schlaganfall erleiden. Trotzdem ist man einem Schlaganfallrisiko nicht hilflos ausgeliefert. Schon durch einen gesunden Lebensstil kann das Risiko eines Schlaganfalls gesenkt werden: zum Beispiel Bluthochdruck vermeiden, mit dem Rauchen aufhören, bei Übergewicht abnehmen, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. „Wir haben einige Einflussmöglichkeiten, das Risiko eines Schlaganfalls zu senken und zudem unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu stärken", so Dr. Grein.

Chefarzt Dr. Peter Grein

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